Das Magazin der Friedhelm Loh Group

Das Magazin der Friedhelm Loh Group

Miteinander – Arbeitswelt

Wissen teilen, gemeinsam lernen

Unternehmenskultur. Erfahrung und Praxis sind die besten Lehr­meister. Davon ist die Friedhelm Loh Group überzeugt und setzt daher auf ein unterstützendes Miteinander der Kollegen. Da­von profitiert jeder Einzelne – und damit auch das Unternehmen.

Text Rebecca Lorenz und Sophie Bruns ––– Fotografie

Seitenlange Stellungnahmen, tagelanges Warten auf eine Reaktion – alles Schnee von gestern. Internet, E-Mail und Social Media prägen heutzutage das neue Miteinander. Rund 917 Milliarden Nachrichten landen 2018 in deutschen E-Mail-Boxen, so die gemeinsame Prognose der beiden größten Mail-Provider Web.de und GMX. Noch schneller und informeller geht es per Social-Media-Plattform zu: Täglich sind 34 Millionen Deutsche auf WhatsApp aktiv und 13 Millionen nutzen Facebook, schätzt das Fachmagazin „Monitoring Matcher“. Und damit sich auch in der Kürze alles treffend ausdrücken lässt, werden laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom pro Nachricht im Durchschnitt zwei Emojis verwendet.

Unternehmensüber­greifendes Miteinander

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein enges Miteinander vor allem dann selbstverständlich wird, wenn man es von Anfang an lebt“, sagt Tina Pfeiffer-Busch, Gruppenleiterin kaufmännische Ausbildung bei Loh Services. Auch deshalb ist die Teilnahme am jährlichen Workshop bei der Friedhelm Loh Group verpflichtender Teil der Ausbildung. „Bei der gemeinsamen Projektarbeit spüren die Auszubildenden, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten und an einem Strang zu ziehen.“ Denn nur, wenn jeder Teilnehmer sich und seine fachliche Expertise in das Projekt einbringt, lässt sich die Aufgabe erfolgreich
bewältigen. Die dabei geknüpften Kontakte kommen ihnen auch lange nach dem Workshop noch zugute – nämlich immer dann, wenn sie Rat aus einer anderen Abteilung oder einem anderen Unternehmen benötigen.

Durch die zunehmende Digitalisierung erlebt die Arbeitswelt einen grundlegenden Wandel, der nicht nur Produktionsmethoden und Arbeitsprozesse betrifft, sondern auch das soziale Miteinander. „Mithilfe von Mobiltelefonen, Computern und Kameras lassen sich räumliche und zeitliche Grenzen heute ganz leicht verschieben“, sagt Barbara Liebermeister, Managementberaterin und Autorin. „Es ist so einfach wie nie, miteinander in Kontakt zu treten und sich auszutauschen – aber ein enges persönliches Miteinander lässt sich durch die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten trotzdem nicht ersetzen.“

Das belegt auch die Untersuchung „Gesprächskultur 2.0“ des Instituts für ­Demoskopie Allensbach. Laut dieser Studie bevorzugen auch im Zeitalter der Digitalisierung rund 60 Prozent der Bevölkerung das persönliche Gespräch. Der Kontakt wird dabei als intensiver, offener und ehrlicher empfunden. Der Grund dafür: die räumliche Nähe. Sie ermöglicht es den Gesprächspartnern, neben Inhalt und Stimme auch die Mimik, Gestik und Körpersprache mit in die Bewertung des Gesagten einfließen zu lassen. „Dadurch entsteht Vertrauen – und das wiederum bildet die Basis für ein positives und zielgerichtetes Miteinander“, so Liebermeister.

Verbessertes Arbeitsklima, steigende Motivation

Ein Effekt, von dem nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Unternehmen profitieren. „Viele Manager unterschätzen den Einfluss, den menschliche Beziehungen auf den Unternehmenserfolg haben“, sagt Lieber­meister. „Dementsprechend selten werden sie gefördert.“ Ein Fehler, denn positives Miteinander verbessert das Arbeitsklima, steigert die Motivation – und sorgt so für mehr Innovationskraft, Effizienz und Produktivität.

„Wir wissen um die Zusammenhänge zwischen Qualifikation, Motivation und Unternehmenserfolg“, sagt Regina Mundel, Leiterin Personalentwicklung Friedhelm Loh Group. „Deshalb gehört ein gutes und enges Miteinander für uns dazu.“ Wie ernst diese Aussage gemeint ist, lässt sich auch an den Unternehmensgrundsätzen der Friedhelm Loh Group ablesen. Nicht nur die fachliche Förderung der Mitarbeiter hat hierin ihren festen Platz – sondern auch die Förderung der Zusammenarbeit.

Generations-übergreifendes Miteinander

„Auch im Alter sollen unsere Mitarbeiter spüren, dass sie Teil der Gemeinschaft sind“, sagt Heidi Bastian, die bei Loh Services verantwortlich für den Seniorenclub ist. Die Senioren unterstützen ihre jüngeren Kollegen nicht nur beim Einsatz für soziale Projekte. Auch in der Produktentwicklung stehen sie ihnen hin und wieder beratend zur Seite. „Vor allem die nachfolgende Generation kann von dem Know-how und den Erfahrungen der Mitarbeiter, die erst kürzlich in Rente gegangen sind, profitieren“, so ­Bastian. „Andersrum lernen die Senioren aber auch von den jüngeren Kollegen – etwa, wenn es um neueste Techniktrends und Technologien geht.“


Bei weltweit 80 Tochtergesellschaften, 18 Produktionsstätten und mehr als 11.500 Mitarbeitern keine einfache Aufgabe. „Natürlich lässt sich unter diesen Voraussetzungen nicht alles von Angesicht zu Angesicht regeln“, so Regina Mundel. „Das wäre vollkommen illusorisch und auch in keiner Weise effizient.“ Trotzdem schafft die Unternehmensgruppe regelmäßig Gelegenheiten, bei denen sich ihre Mitarbeiter über Unternehmens-, Länder- und Altersgrenzen hinweg persönlich begegnen.

Begegnung möglich machen

Ob jung, alt oder aus einem anderen Land kommend – die Friedhelm Loh Group macht zwischenmenschliche Begegnungen möglich. Damit der Kontakt zu den Mitarbeitern auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben nicht abbricht, hat die Friedhelm Loh Group vor 18 Jahren einen Seniorenclub gegründet. Seitdem treffen sich seine Mitglieder regelmäßig zu gemeinsamen Aktivitäten wie etwa Ausflügen oder gemeinnützigen Arbeitseinsätzen. Auch die jungen Kollegen treffen sich regelmäßig. Einmal jährlich treffen sich die Nachwuchskräfte der Unternehmensgruppe im Kloster Gnadenthal, um das Miteinander in der ­Friedhelm Loh Group von Beginn an zu fördern. Beim gemeinsamen Workshop knüpfen die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres neue Kontakte, erarbeiten gemeinsam Projekte und legen so den Grundstein für eine enge und zielorientierte Zusammenarbeit.

Kulturelles Miteinander

„Sowohl das berufliche als auch das private Miteinander ist in Deutschland anders als in meiner Heimat Syrien“, sagt Bayan Ahmad, Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst Europa bei ­Rittal. Der 30-Jährige flüchtete vor vier Jahren nach Deutschland und wechselte nach einem Praktikum bei der Friedhelm Loh Group in eine Festanstellung. „Meine Kollegen haben mir geholfen, mich trotz der kulturellen Unterschiede zurechtzufinden. Die Sprache ist die größte Hürde bei der Integration. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich mittlerweile gut Deutsch spreche“, sagt Ahmad. Denn persönliche Gespräche sind nicht nur für die Kundenbindung, sondern auch für das tägliche Miteinander im Unternehmen wichtig.

Um weltweit erfolgreich zu sein, brauchen Unternehmen Mitarbeiter, die die Bedürfnisse und Eigenheiten ihrer internationalen Kunden verstehen. Grundvoraussetzung dafür: Offenheit und kulturelle Vielfalt. Dafür setzt sich die Friedhelm Loh Group nicht zuletzt mit den Pilotprojekten zur beruflichen Integration von Geflüchteten ein. So wird der kulturelle Austausch gestärkt.

Bei all diesen Angeboten geht es der Friedhelm Loh Group um mehr als nur bessere Arbeitsergebnisse. „Dass die Begegnungen neue Impulse setzen und sich so auf die Leistung unserer Mitarbeiter auswirken, ist natürlich ein schöner Nebeneffekt“, sagt Mundel. „Wir sind uns bewusst, dass wir ernten, was wir säen.“ Denn aus dem Engagement der Mitarbeiter für ein gutes Miteinander resultieren Lern- sowie Arbeitserfolge. Letztlich verfolgt das Familienunternehmen aber ein anderes Ziel: den Zusammenhalt nachhaltig zu stärken. Mundel: „Was ist eine Familie schon ohne das Gefühl von Gemeinschaft? Von Nähe? Von Zugehörigkeit?“

  • Persönlich wirkt am besten

    Persönlich wirkt am besten

    Interview. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Barbara Liebermeister beschäftigt sich mit Kommunikation und damit, wie sie in Zeiten der Digitalisierung zum persönlichen und unternehmerischen Erfolg beiträgt.

    Videokonferenzen, E-Mails, Chatnachrichten – das Miteinander im Berufsleben hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Spielt der persönliche Kontakt im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch eine Rolle? Digitale Medien erleichtern Arbeitsprozesse, aber sie ersetzen nicht den persönlichen Austausch. Wer wirklich Erfolg haben möchte, kann sich nicht ausschließlich auf seine fachliche Kompetenz verlassen. Auch emotionale Bindungen spielen im beruflichen Miteinander eine zentrale Rolle. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht den persönlichen Kontakt, um Nähe und Vertrauen aufbauen zu können. Deshalb gilt: Je persönlicher der Austausch, desto besser funktioniert am Ende die Kommunikation. Nicht umsonst hat der Zukunftsforscher John Naisbitt einmal gesagt: „Die aufregendsten Durchbrüche im 21. Jahrhundert werden nicht durch Technologien entstehen, sondern durch ein erweitertes Verständnis des Mensch-Seins.“

    Wie beeinflusst ein enges und positives Miteinander die Arbeit von Mitarbeitern und Unternehmen? Werden persönliche Beziehungen intensiv gepflegt, ist das Verständnis für den jeweils anderen größer. Die Folge ist ein besseres Arbeitsklima. Für Unternehmen ist das gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig, denn dadurch steigt die Mitarbeiterbindung. Zudem sorgt es für eine größere Motivation. Und die führt wiederum zu einer höheren Effizienz und Produktivität. Das gilt allerdings nicht nur für Kollegen, sondern auch für die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden. Ein gemeinsames Mittagessen, ein Brainstorming oder ein Workshop stärken die persönliche Beziehung und können so die Motivation während eines Projekts enorm steigern.

    Welche Vorteile bringt es mit sich, wenn die Zusammenarbeit Kultur-, Alters- und Ländergrenzen überschreitet? Mitarbeiter und sogar ganze Unternehmen können sich vom „Fremden“ inspirieren lassen. Wie arbeiten die Kollegen oder Kunden in Japan? Welche Arbeitsabläufe gibt es dort? Und welches Know-how kann ich mir von erfahrenen oder digital versierten Kollegen abschauen? Wenn man die Stärken des Gegenübers betrachtet und zugleich ehrlich zu den eigenen Schwächen steht, kann man voneinander lernen und von neuen Syn­ergien profitieren.

    Wie können Unternehmen ein positives Miteinander fördern? Damit eine solche Form der Zusammenarbeit tatsächlich positiv wirkt, muss sie auf Augenhöhe stattfinden. Nur dann fördert sie Werte wie Toleranz und Wertschätzung. Meist spüren Menschen sehr schnell, wenn sich im sozialen Beziehungsgefüge etwas verschiebt. Vielleicht lässt die Antwort auf eine E-Mail länger auf sich warten, die Nachrichten sind kürzer als zuvor oder der Ton scheint plötzlich sachlicher – da würde ich sofort zu einem persönlichen Gespräch raten. Das ist wichtig, denn im digitalen Austausch treten Missverständnisse sehr viel häufiger auf als im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

     

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