Das Magazin der Friedhelm Loh Group

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Praxis – Informationstechnologie

Abflug nach Plan in Kroatien

Luftfahrt. Der Airport Dubrovnik startet durch: Gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber entwickeln Rittal und weitere Partner wie ABB ein neues Rechenzentrum für höchste IT-Sicherheit. Wichtige Faktoren für den­ Projekterfolg sind das Teamwork zwischen den Projektpartnern sowie die ­vertrauensvolle Zusamme­narbeit auf Augenhöhe.

Text Kai-Uwe Wahl ––– Fotografie

Die kroatische Hafenstadt Dubrovnik hat sich zu einem äußerst beliebten Reiseziel für Touristen aus aller Welt entwickelt. Schon der irische Schriftsteller George Bernard Shaw war der Schönheit dieser Stadt verfallen und schrieb im Jahr 1929: „Wer den Himmel auf Erden sehen will, muss nach Dubrovnik kommen.“ Darüber hinaus ist Kroatien heute generell eine beliebte Destination für den Sommerurlaub: Die Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr 2018 sind um fast 27 Prozent auf knapp zehn Millionen gestiegen. Im Vergleich: Griechenland lag 2017 bei über 30 Millionen Besuchern. Da die Urlauber heute aus allen Teilen der Erde nach Kroatien kommen, ist auch die Auslastung der Flughäfen gestiegen. Insbesondere in Dubrovnik war daher der Ausbau der Infrastruktur notwendig, ­inklusive einem neuen Rechenzentrum.

Touristen können heute mit den meisten globalen Airlines nach Kroatien einreisen, und viele Besucher landen direkt in Dubrovnik. Für die Betreibergesellschaft und für die Fluggäste ist es daher wichtig, die In-frastruktur zeitnah an die Besucherströme anzupassen. Ein neues Terminal soll 2019 fertiggestellt werden und wird dann das größte Flughafenterminal in Kroatien sein. Die Kapazität wird bei bis zu 3,5 Millionen Fluggästen jährlich liegen. Auch hier der Vergleich mit Griechenland: Der ­Flughafen Iraklio auf Kreta fertigte 2017 knapp 7,4 Millionen Gäste ab.

Der Takt muss stimmen

Für die Wirtschaftlichkeit des Flughafens und für die Fluggäste ist es notwendig, dass die Abfertigung von Flugzeugen, Fracht und Passagieren auch weiterhin schnell erfolgt. Ein wichtiger Baustein hierfür: leistungsfähige IT-Systeme. Abläufe wie Check-in, Gepäckverteilung oder das Ground Handling von Flugzeugen benötigen eine ausfallsichere IT-Infrastruktur, die rund um die Uhr verfügbar ist. Ein IT-Ausfall würde zu verspäteten Flügen, unzufriedenen Passagieren und wirtschaftlichen Einbußen führen. Aber auch die Sicherheit am Boden wäre gefährdet, wenn Flugzeuge nicht ihre Parkpositionen anfahren können oder bei der Beladung mit falschen Daten versorgt werden.

Nach einer Ausschreibung wurden ­Rittal vor Ort sowie lokale Implementierungspartner wie Optimal Sistemi, Kodeks und Combis und globale Rittal Partner wie ABB mit dem Projekt beauftragt. Gleichzeitig bildete ­Rittal Mitarbeiter des Flughafenbetreibers aus, damit sie den Betrieb der Anlage übernehmen können.

Rittal Rechenzentrum am Flughafen Dubrovnik

„Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass alle beteiligten Experten eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Nur wenn jeder seine Expertise und persönliche Erfahrung zu 100 Prozent in die Umsetzung einbringen kann, entsteht eine Gesamtlösung, die später für reibungslose Abläufe im ­Terminal und höchste Sicherheit sorgt“, sagt Dejan Dokmanovic, Geschäftsführer bei Rittal in Kroatien.

Im Rechenzentrum kommen TS IT Racks von Rittal zum Einsatz. Diese sind in einem Rittal Sicherheitsraum aufgestellt, der höchsten physikalischen Schutz vor unberechtigtem Zugriff oder vor Feuer bietet, wie sie etwa im ECB-S-Standard des European Certification Board Security Systems spezifiziert sind. Durch die hohe Standardisierung aller Komponenten gelingt der Ausbau der TS IT Racks besonders schnell und effizient. Für die Brandfrüherkennung sorgt ein spezielles Monitoringsystem, während die Überwachung der Infrastrukturkomponenten mit der Monitoringlösung Rittal CMC III erfolgt. Diese ist mit dem zentralen Überwachungssystem des Gebäudes verbunden, sodass die IT-Operatoren den Status der Gesamtanlage auf einen Blick erfassen.

 

Weiterhin entstand in Zusammenarbeit mit ABB eine Lösung für die Absicherung der Stromversorgung über eine Anlage ­mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV). Bei einem Stromausfall wird im ersten Schritt über die USV-Batterien der ­laufende IT-Betrieb gesichert, bevor im zweiten Schritt ein Notstromgenerator einspringt.

„Innerhalb einer kritischen Infrastruktur ist die Energieversorgung ein sensibles Thema, und ein Ausfall der IT würde sofort den Betrieb im Terminal behindern. Die Lösung von Rittal bringt uns die Sicherheit, dass wir auch bei kurzzeitigen Stromausfällen unsere Systeme weiterhin betreiben können“, so Tomislav Macan, Maintenance and Development Manager, Dubrovnik ­Airport. Das Thema Energie ist aber auch an anderer Stelle ein zentrales Thema in diesem Projekt gewesen, nämlich bei der Optimierung der laufenden Betriebskosten.

Energieeffiziente Kühlung

Wer ein Rechenzentrum betreibt, schaut besonders intensiv auf die anfallenden Kosten. Allein die Kühlung der IT-Systeme verschlingt im Durchschnitt rund 30 Prozent der gesamten Energiekosten. Da ist es naheliegend, bei der IT-Kühlung nach energiesparenden Lösungen zu suchen. Rittal entwickelte für den Airport Dubrovnik ein Konzept mit einer Warmgangschottung und installierte Rittal Kühlsysteme der Serie Liquid Cooling ­Package Cold Water (LCP CW) mit externen Chillern für die Kälteerzeugung. Die Wärmetauscher sitzen zwischen den IT Racks, saugen die warme Luft an und geben kühle Luft ab. Die Geräte nutzen Wasser als Kühlmedium und arbeiten sehr energieeffizient, wenn sie innerhalb einer Reihenkühlung mit Warmgangschottung arbeiten. Weiterhin sind die LCP CW-Kühlsysteme in redundanter Ausführung installiert, um damit die Ausfallsicherheit der Gesamtanlage zu verbessern.

„Wir erwarten auch in Zukunft steigende Besucherzahlen in Dubrovnik“, sagt ­Tomislav Macan. „Viele Touristen werden per Flugzeug anreisen, und wir sind darauf jetzt bestens vorbereitet. Wir bieten höchsten Komfort und Sicherheit durch ein modernes Terminal, für dessen reibungslosen Betrieb auch das neue Rechenzentrum sorgt. Während der Bauphase haben wir uns mit Rittal und weiteren Lieferanten als ein Team verstanden, das auf professioneller Ebene auf den Projekterfolg hingearbeitet hat.“

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