Das Magazin der Friedhelm Loh Group

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KlöMö
Praxis

Automatisch profitieren bei jedem Schaltschrank

Durchgängige Automatisierung und Digitalisierung: ein Wunschtraum für Anlagenbauer. Doch wie? Bei KlöMö Energie- und Automatisierungstechnik geht man unkonventionelle Wege – mit Erfolg! Die Partner: Eplan, Rittal und Rittal Automation Systems.

Text Gerald Scheffels ––– Fotografie

DATEN IN DER FERTIGUNG

Wie Anlagenbauer in den digitalen Flow kommen und an Effizienz gewinnen.

Ein Blick auf die ersten Prozessschritte der Fertigung bei KlöMö in Regensburg reicht aus, um festzustellen, dass hier strukturiert gearbeitet wird – und richtig investiert: Drei neue Anlagen übernehmen die automatisierte Blechbearbeitung der Schaltschränke sowie das Stanzen und Biegen von Kupferschienen.

Nicht zu sehen ist der Datenfluss in den Anlagen: Die mechanische Bearbeitung erfolgt durchgängig auf Basis des „digitalen Zwillings“. Die Automatisierung zieht sich durch die gesamte Fertigung. Nur bei der Digitalisierung auf Planungsebene sind noch Aufgaben offen.

EIN SCHRITT NACH DEM ANDEREN

Warum hat sich Magnus Berzl, seit über zwei Jahren Geschäftsführer von KlöMö, für diese Reihenfolge entschieden – wieso nicht etwa bei der Elektroplanung anfangen und die Konstruktionsprozesse von dort aus optimieren? Die Antwort: „Das haben wir uns gut überlegt. Als eher kleines, aber sehr leistungsfähiges Unternehmen müssen wir einen Schritt nach dem anderen tun. Mit der mechanischen Bearbeitung haben wir angefangen, weil wir hier zwar eine hohe Investition tätigen mussten, dafür aber ab sofort und bei jedem einzelnen Schaltschrank von den Vorteilen hinsichtlich Kosten, Zeit und Qualität profitieren.“ In diesem Rahmen entschied sich KlöMö für die drei neuen Maschinen von Rittal Automation Systems, sagt Berzl: „Wir nutzen Schaltschränke von Rittal und planen und konstruieren immer mehr Projekte mit Eplan. Da lassen sich die Automatisierungslösungen von Rittal Automation Systems datentechnisch am besten integrieren“.

ENERGIE UND AUTOMATISIERUNG

Zur DNA von KlöMö gehört sowohl die klassische Automatisierung im Bereich Verfahrenstechnik als auch die Energieverteilung: Für Anlagen über 1.600 Ampere plant und fertigt das Unternehmen baumustergeprüfte Serienanlagen – auf der Basis von Eaton-Komponenten. Das erklärt sich aus der Firmengeschichte: „Ursprünglich waren wir ein Teil von Klöckner Moeller und der Moeller Gruppe, die später von Eaton übernommen wurde. Wir sind weiter eng mit Eaton verbunden – als Eaton Premium Partner. Davon gibt es in Deutschland aktuell nur zwei, weltweit knapp zwanzig.“

Mit Engagement und einem klaren Plan geht man bei KlöMö nun daran, den Unternehmenserfolg weiter zu steigern. Dazu gehört das Gewinnen neuer Kunden und der Ausbau der bisherigen Stärken von KlöMo: „Wir planen und bauen sehr komplexe Anlagen für anspruchsvolle internationale Maschinen- und Anlagenbauer. Dabei setzen wir auf Know-how, engagierte Mitarbeiter und moderne Prozesse – das ist unser Erfolgsrezept“, so der Geschäftsführer.

Blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück (v.l.n.r.): Magnus Berzl, Geschäftsführer, KlöMö, Nina Grabowski, Eplan, und Alexander Krapf, Rittal.

DIGITALISIERUNG DER PLANUNG

Auf dem Weg zu noch mehr Automatisierung und Digitalisierung steht die stärkere Nutzung der Eplan Plattform für die Elektrokonstruktion im Fokus: „Wir entwickeln einen auf Eplan basierenden KlöMö-Standard für die Schaltschrankplanung“, erklärt Magnus Berzl. Das Ziel: „Wir erstellen unsere Schaltpläne mit Eplan Electric P8 – teilweise schon jetzt. Die Daten werden dann in Eplan Pro Panel – also als dreidimensionale Schaltschrankkonstruktion – weiterverarbeitet. Jetzt schon werden einzelne Eaton-Anlagen mit Eplan konstruiert, zukünftig vermehrt. Dabei nutzen wir die Datendurchgängigkeit und das Eplan Data Portal.“

„2026 machen wir weitere große Schritte in Richtung durchgängiger Datennutzung und Automatisierung gemeinsam mit Eplan, Rittal und Rittal Automation Systems.“


MAGNUS BERZL,
KlöMö

DURCHGÄNGIGER DATENFLUSS

Ist der 3D-Schaltschrankaufbau in Eplan Pro Panel erfolgt, werden die Fertigungsdaten direkt in die Maschinen eingelesen. Da die neuen Anlagen in der Blech- und Kupferbearbeitung die gut gepflegten Datensätze der Rittal-Schränke nutzen, können sie noch effizienter produzieren.

Wo steht KlöMö aktuell in diesem Prozess? Magnus Berzl: „Wir haben zum Beispiel unsere Eplan-Lizenzen auf das neue Subscription-Modell umgestellt, um Kosten zu sparen und flexibler zu sein. Damit erhalten wir auch kostenlose Services und Tools wie ePocket und eView, die wir so erproben können. Bei der schrittweisen Umstellung werden wir von Eplan selbst gut unterstützt, arbeiten aber auch mit einem externen Berater zusammen – vor allem deshalb, weil der Blick von außen immer gut ist.“

Zudem bearbeitet KlöMö immer mehr Projekte mit der Eplan Plattform. Bis es die angestrebten 80 bis 90 Prozent sind, bleibt aber noch einiges zu tun. Hier ist auch Eaton involviert: Immer mehr EatonKomponenten sind im Eplan Data Portal hinterlegt. Das erleichtert aus Sicht von KlöMö die Planung ganz wesentlich.

 

DIE BESCHÄFTIGTEN? GEHEN MIT!

Gut anderthalb Jahre dauert der Transformationsprozess nun. Wie zufrieden ist Magnus Berzl mit dem bisherigen Weg? „Mit Blick auf die Ressourcen Zeit und Investition ist so ein Prozess keine Kleinigkeit. Aber wir sehen die Effizienzgewinne und haben unsere Meilensteine in der richtigen Zeit erreicht.“ Laut Berzl sehen das auch die Beschäftigten so: „Die Umstellung ist eine Herausforderung, aber alle sind engagiert und sehen die Vorteile der detaillierteren Planung mit Eplan.“

Bereits jetzt sind durch die neuen Automatisierungslösungen verschiedene Effizienzgewinne in der Fertigung sichtbar. Doch geht es laut Berzl nicht nur um Zeit und Kosten: „Sowohl bei der Bearbeitung der Schränke als auch der Kupferteile sind Präzision und Bearbeitungsqualität schon jetzt deutlich besser.“ Das stellt laut Berzl einen echten Qualitätssprung dar: „So entspricht es den hohen Anforderungen, die wir an uns und unsere Produkte stellen – und das überzeugt auch die Kunden.“

ZIEL: WEITERENTWICKLUNG

Hier – bei den Kunden – wird sich KlöMö ebenfalls weiterentwickeln, das ist Teil der Strategie. Magnus Berzl: „Wir sind breit aufgestellt, bedienen mit der Automatisierung und der Energieverteilung zwei unterschiedliche Aufgabenfelder und arbeiten für große und sehr anspruchsvolle Kunden. 2026 werden wir weitere große Schritte in Richtung durchgängiger Datennutzung und umfassender Automatisierung machen – gemeinsam mit Eplan, Rittal und Rittal Automation Systems.“

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