Das Magazin der Friedhelm Loh Group

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Rittal HD-Gehäuse bei Liquats Vegetals
Praxis

Natürlich sauber produzieren

Sojamilch, Mandelmilch, Hafermilch – nicht nur Kaffeetrinker entscheiden sich immer öfter für pflanzliche Alternativen. Einer der führenden Hersteller solcher Pflanzendrinks ist Liquats Vegetals aus Viladrau in Spanien. Um hohe EHEDG-Hygienestandards zu erfüllen und nachhaltig zu produzieren, setzt der Getränkehersteller auf HD-Gehäuse und ePocket von Rittal.

Text Patricia Späth ––– Fotografie

HYGIENE UND NACHHALTIGKEIT

Anlagen und Komponenten von Rittal genügen höchsten Ansprüchen.

Kaum ein Fahrzeug kommt uns entgegen, als wir die letzten Meter zu Liquats Vegetals zurücklegen. Bäume, wohin das Auge blickt – der umliegende Wald in der Region Montseny lädt zur Erkundung ein. Doch wir haben eine Verabredung mit Tasio Corachan, Prozess- und Verbesserungsmanager bei Liquats Vegetals. Seine Mission: die ständige Verbesserung der Produktionsprozesse, und dabei das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren. Die Auswirkungen auf die Umwelt – durch Emissionen, Abfall oder Ressourcenverbrauch – sollen beim Getränkehersteller so gering wie möglich gehalten werden.

Auf den Dächern sind PV-Anlagen installiert, die den Strom für die Produktion liefern. Auch bei den Produkten selbst wird auf absolute Umweltfreundlichkeit geachtet: Die Verpackung der pflanzenbasierten Milchgetränke ist nachhaltig konstruiert und besteht aus einem Mix aus Recycling-Materialien und nachwachsenden Rohstoffen. „Neben der Nachhaltigkeit liegt unser Fokus auf der Gesundheit unserer Kunden. Eine Verunreinigung unserer Produkte wäre fatal. Deswegen achten wir bei der Auswahl der Komponenten im Produktionsprozess genau auf deren Qualität“, sagt Tasio Corachan.

SAUBERE SACHE

So müssen etwa Anlagen und Komponenten wie Schaltschränke nicht nur für unterbrechungsfreie Produktionsprozesse durch den Schutz sensibler Steuerungstechnik sorgen, sondern auch höchste Hygienestandards erfüllen. „Bei der Entwicklung von Produktionsverfahren folgen wir den Qualitätsstandards der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG). Wir haben bereits vor Jahren definiert, dass die in der Produktion eingesetzten Komponenten, wie Gehäuse oder Klimageräte, den EHEDG-Standards entsprechen müssen, und setzen deswegen Produkte von Rittal ein“, erklärt Corachan. Folglich finden sich in den Fertigungsanlagen bei Liquats zahlreiche Rittal HD Schaltschränke und -Gehäuse aus Edelstahl, die speziell für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie entwickelt wurden und kurze Reinigungszyklen gewährleisten. Durch Rundungen und den Verzicht auf Spalten und sogenannte „Toträume“ wird die Anhaftung von Staub und Schmutz – und damit die Gefahr von Kontamination – auf ein Minimum reduziert. Das um 30 Grad geneigte Dach ermöglicht ein rückstandsfreies und schnelles Ablaufen der verwendeten Reinigungsmittel. Je nach Ausführung verfügen die Gehäuse über Schutzarten bis zu IP 69 und verhindern damit das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten. Dabei sind alle außenliegenden Teile aus Edelstahl und FDA-konformem Silikon gefertigt, wodurch eine hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien sowie Reinigungs- und Desinfektionsmitteln erreicht wird. Durch den Dachüberstand mit Tropfkante wird das Wasser, zum Beispiel bei der Reinigung des Gehäuses, sicher vom Gehäuse weggeführt, und der obere Bereich der Türdichtung wird geschützt. Innen liegende Scharniere ermöglichen ein besonders reinigungsgerechtes Design – mit einer umlaufend spaltfreien, außen liegenden Türdichtung aus Silikon –, das beständig gegen Reinigungsmittel ist. Die HD-Dichtung ist blau eingefärbt, sodass eventuelle Rückstände sofort ins Auge fallen.

ÜBER LIQUATS VEGETALS

Bereits seit 1991 produziert das Unternehmen pflanzenbasierte Getränke in Viladrau in der Region Montseny. In Spanien ist Liquats Vegetals Marktführer, in Europa beliefert das Unternehmen mehr als 45 Länder mit seinen Produkten und gehört damit zu den größten Produzenten in diesem Bereich.

Vorteile der Rittal Edelstahlgehäuse im Hygienic Design: Dachneigung von 30 Grad nach vorne, glatte Oberfläche, rundum außenliegende spaltfreie Silikondichtung

HYGIENISCH UND NACHHALTIG

„Bei Liquats spielt zudem Nachhaltigkeit in der Anlagentechnik eine übergeordnete Rolle“, erklärt Corachan: „Wir müssen uns auf die Qualität der Komponenten in unseren Produktionsanlagen über viele Jahre hinweg verlassen. Wir können die Gehäuse, in denen Steuerungstechnik untergebracht ist, nicht einfach nach wenigen Jahren austauschen. Das würde zum einen unsere Produktionsprozesse unterbrechen und zum anderen unserer Nachhaltigkeitsstrategie komplett entgegenstehen. Deswegen setzen wir auf Gehäuselösungen von Rittal, die auch nach vielen Jahren noch top sind.“

Im Jahr 2024 wurde der Markt für pflanzliche Milch weltweit bereits auf 21,1 Mrd. US-Dollar geschätzt. Laut einem Bericht von Global Market Insights aus dem Jahr 2025 soll der Markt bis zum Jahr 2034 auf 41 Mrd. US-Dollar anwachsen.

EFFIZIENZ UND AUSFALLSICHERHEIT IN DER KÜHLUNG

„Uns ist natürlich bewusst, dass die komplette Produktionsanlage bei der Reinigung dem Strahlwasser standhalten muss“, sagt Corachan. „Bei Rittal bekommen wir auch die passenden Kühlgeräte und sparen dabei noch Energie ein.“ Die Kühlgeräte der Serie Blue e+ verfügen über eine einzigartige Hybrid-Technologie und sparen im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen rund 75 Prozent Energie ein. Die Überwachung der Kühlgeräte erfolgt über das Rittal IoT Interface, das pausenlos alle Betriebsdaten und Zustände des Kühlgeräts kommuniziert. Fehlfunktionen werden frühzeitig erkannt, das Risiko eines Stillstands minimiert.

 

DEN ÜBERBLICK BEHALTEN

Die Frage, wo sich Prozesse in der Produktion noch verbessern lassen, treibt Tasio Corachan jeden Tag an. Die aktuelle Verbesserung wurde mit Eplan und Rittal umgesetzt. Mit Rittal ePocket verfügen die Techniker bei Liquats Vegetals nun über eine einheitliche Datenablage. In der digitalen Schaltplantasche sind sämtliche Maschinen- und Anlagendokumentationen immer aktuell und jederzeit verfügbar, sagt Corachan: „Seit wir ePocket eingeführt haben, können unsere Elektriker Änderungen im Schaltschrank digital erfassen, die wir dann in Eplan genehmigen. So sind wir stets mit unserer Anlagentechnik auf dem aktuellen Stand und haben die dicken Schaltplanordner aus unserer Produktion komplett verbannt.“

Corachan lässt seinen Blick zufrieden über die Produktionsanlagen schweifen. Am laufenden Band verlassen TetraPak-Verpackungen die Produktionsbänder. Die Lkw warten bereits darauf, die Getränke in den nächsten Supermarkt zu bringen. Der junge Projektmanager lächelt: „Ich war dieses Jahr auf Bali im Urlaub, selbst da habe ich unsere Produkte im Supermarkt gesehen.“ Und während er das sagt, hat er bereits die nächste Idee für die Verbesserung der Produktionsprozesse im Kopf.

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