Das Magazin der Friedhelm Loh Group

Das Magazin der Friedhelm Loh Group


Greenlyte
Praxis

Pioniergeist mit System

Das Start-up Greenlyte Carbon Technologies treibt mit neuartigen Power-to-X-Pilotanlagen die Energiewende voran. Mittendrin arbeitet das multifunktionale Stromverteilungssystem RiLineX von Rittal. Ein Projekt mit Signalwirkung.


Text Daniel Giebel ––– Fotografie

ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN

Wie die Produkte von Rittal die Umsetzung neuer Ideen vorantreiben.

Das Essener Start-up Greenlyte Carbon Technologies verfolgt eine ehrgeizige Mission: CO₂ aus der Atmosphäre binden und daraus synthetische Kraftstoffe wie eMethanol, eDiesel oder SNG erzeugen – und das mit Energie aus Sonnenlicht, Luft und Wasser. Die passende elektrische Infrastruktur im Container entsteht mit Technik von Rittal wie RiLineX, Blue e+ und VX25. In Duisburg hat Greenlyte in Zusammenarbeit mit dem Schaltanlagenbauer Peter Pohl nun eine Pilotanlage in Betrieb genommen, die weltweit erstmals den vollständigen Prozess – von der CO₂ -Absorption bis zur Methanisierung – in einem modularen Aufbau demonstriert.

MODULARITÄT IST ALLES

„Wir wollten bewusst ein Stromverteilungssystem nutzen, das uns maximale Flexibilität bietet“, erklärt Andre Paravidino, bei Greenlyte zuständig für Elektrotechnik und Automatisierung. „RiLineX erlaubt uns, Komponenten unterschiedlichster Hersteller einzusetzen – ein Vorteil in Zeiten instabiler Lieferketten.“ Zudem ermögliche die Plattform schnelle Anpassungen: „Unsere Prozessingenieure haben ständig neue Ideen – mit RiLineX können wir jederzeit umbauen oder erweitern.“

Auch für Jan Haase, Lead Supply Chain, steht fest: „Die Anlage ist unser Technologie-Demonstrator – der nächste Schritt sind größere Anlagen. Dafür brauchen wir Partner, die mit uns skalieren können. Die Systemtechnik muss auch in Zukunft zuverlässig laufen.“

„Diese Anlage ist unser Technologie-Demonstrator – der nächste Schritt sind größere Projekte. Dafür brauchen wir Partner, die mit uns skalieren können.“


JAN HAASE,
Greenlyte

QUALITÄT UND GESCHWINDIGKEIT

Die Schaltanlagen fertigt der erfahrene Spezialist Peter Pohl im nahen Mettmann. Für Hans-Peter Pohl, zuständig für Business Development, ist es das erste Projekt mit einem Start-up – und ein besonderer Erfolg: „Wir hatten bei der Werksabnahme null Fehler“, berichtet er begeistert. Möglich wurde es durch enge Abstimmung mit Greenlyte und Rittal: „Der Fachberater von Rittal hat uns RiLineX vorgestellt, Musterteile mitgebracht und alles genau erklärt – so muss das laufen! Nur wenn man ein neues System im Projekt testet, lernt man es wirklich kennen.“

Pohl schätzt besonders die Vorteile der Plattform im Alltag: „RiLineX ist vollständig isoliert – das spart uns viel Aufwand bei der Sicherheitsbetrachtung. Und durch die modulare Bauweise können wir sehr effizient arbeiten.“

SO FUNKTIONIERT DIE ANLAGE

Umwandlung von CO₂ aus der Umgebungsluft mittels Direct Air Capture in Kombination mit grünem Wasserstoff zu synthetischem Erdgas als skalier- und erneuerbaren Energieträger.

DURCHDACHT BIS INS DETAIL

Neben sieben weiteren Schaltschränken für Steuerung und Verteilung ist ein Schrank im Container eigens für RiLineX reserviert. Die Aufgaben der Anlagen reichen von der Energieverteilung bis zur Steuerung zahlreicher Aggregate. Gekühlt werden die Einheiten durch drei hoch energieeffiziente Kühlgeräte der Serie Blue e+, ergänzt um Lüfter, Heizungen und Beleuchtung – ebenfalls von Rittal.

Ein weiterer Vorteil für die Greenlyte-Planer: die passenden digitalen Tools. „Wir nutzen den Rittal-Konfigurator RiPower für die Sammelschiene und RiPanel für die Gehäuseauswahl“, sagt Paravidino, „so wissen wir genau, was wir brauchen – und nichts fehlt später bei der Montage.“

 

ENGINEERING MADE IN GERMANY

Dass solch ein ambitioniertes Hightech-Projekt in Deutschland in nur neun Monaten realisiert wurde – davon sechs Monate Planung, drei Monate Umsetzung –, sieht Jan Haase als ein starkes Signal. „Das zeigt: Wir können das hier. Und zwar schnell, innovativ und in hoher Qualität.“ Dazu trägt natürlich auch die direkte Kommunikation mit den Partnern bei. Peter Pohl betont: „Wir kennen Rittal seit Jahrzehnten. Wird es mal eng, können wir uns auf schnelle Lösungen verlassen. Diese Verlässlichkeit ist entscheidend.“

„Wir haben gezeigt, dass man schnell sein kann ohne Kompromisse bei der Qualität. Das ist der Spirit, den wir für die Transformation brauchen.“


ANDRE PARAVIDINO,
Greenlyte

ENERGIEWENDE BRAUCHT PARTNERSCHAFTEN

Die Perspektiven für Greenlyte sind klar: Nach dem SNG-Projekt in Duisburg folgen als Nächstes Anlagen zur Produktion von eMethanol in Kooperation mit Evonik sowie für Sustainable Aviation Fuel (SAF) am Düsseldorfer Flughafen, mit Eurowings als Kraftstoff-Abnehmer. „Skalierbarkeit und Systemstabilität sind zentral bei diesen Projekten“, sagt Haase, „deshalb ist es so wichtig, dass wir mit Partnern arbeiten, die sich weiterentwickeln – so wie wir.“

Andre Paravidino bringt es auf den Punkt: „Wir haben mit diesem Projekt gezeigt, dass man schnell sein kann, ohne Kompromisse bei der Qualität. Das ist der Spirit, den wir für die Transformation brauchen.“

  • HANS-PETER POHL
    von Peter Pohl Elektrotechnik

    „RITTAL KÜMMERT SICH UND DENKT MIT. DAS SCHAFFT VERTRAUEN!“

    Herr Pohl, Sie sind seit über drei Jahrzehnten im elektroindustriellen Ausbau von Schaltschränken erfolgreich. Was macht für Sie die Zusammenarbeit mit Rittal aus?

    Für uns ist entscheidend, dass wir mit jemandem sprechen können, der die Praxis versteht. Unser Rittal Fachberater ist da ein echtes Vorbild: Er bringt neue Systeme wie RiLineX nicht nur mit – er erklärt sie, liefert Musterteile und denkt mit. Für uns, aber auch für unsere Kunden. Das schafft einfach Vertrauen.

    Was hat Sie am noch recht neuen Stromverteilungssystem RiLineX überzeugt?

    Zum einen die Sicherheit: Das System ist komplett isoliert, das erspart uns viele Diskussionen über gefährliche Stellen im Schaltschrank. Zum anderen die echte Flexibilität – man kann Komponenten schnell ändern oder ergänzen. Für unsere Kunden ist das richtiger Mehrwert. Und für uns erleichtert es die Arbeit deutlich.

    Wie wichtig ist der direkte Draht zum Hersteller?

    Extrem wichtig! Wir haben natürlich auch schon mit anderen Schrankherstellern gearbeitet, aber da fehlt oft die Nähe zum Projekt. Bei Rittal ist das anders. Wenn etwas ist, wissen wir: Rittal kümmert sich – das macht das Unternehmen für uns als Partner unverzichtbar.

    Was nehmen Sie persönlich aus dem erfolgreichen Projekt mit Greenlyte Carbon Technologies mit?

    Vor allem eine Menge Freude! Das war unser erstes Projekt mit einem Start-up – und es war richtig gut. Junge Leute mit frischen Ideen, die etwas verändern wollen: Das ist ansteckend! Nach über dreißig Jahren im Geschäft tut es gut, mit solchen Menschen neue Wege zu gehen – und es ist spannend, hautnah dabei sein zu können, wenn innovative Technologien sich im Alltag bewähren.

     

Weitere Themen aus unserem Magazin

— Anlagenbau
Rittal und S+S Industries

Houston, wir haben (k)ein Problem!

— Kunststoff
LKH Kunststoff und Poly-clip System

Clip & klar nachhaltig