Text Birgit Hagelschuer ––– Fotografie
Herr Weichsel, wofür steht die neue Eplan Plattform?
Unsere Hauptmotivation für die Weiterentwicklung der neuen Eplan Plattform war Vereinfachung. Unser bisheriges Portfolio war über 20 Jahre gewachsen und extrem kleinteilig – mit hunderten Artikeln und zahllosen Kombinationsmöglichkeiten. Das führte zu komplexen Entscheidungsprozessen und mitunter unvollständigen Lösungen bei unseren Kunden.
Was wurde geändert, und wie profitieren die Kunden davon?
Mit der Eplan Plattform 2026 haben wir alles auf die Use Cases und Workflows unserer Zielgruppen zugeschnitten und damit die intrasparente Kombinatorik im Portfolio drastisch reduziert. In jedem Produkt sind jetzt alle Funktionen und in Form der neuen Industriepakete auch alle erforderlichen Vorlagen, Auswertungen und Daten enthalten, die Anwender brauchen, um ihre konkreten Aufgabenstellungen perfekt abzuwickeln. Kunden erhalten also „All-in“-Pakete ohne Zusatzkosten. Das verkürzt die „Time to First Value“ und macht die Nutzung deutlich einfacher und transparenter. Stimmen von Kunden, die sich damit auseinandergesetzt haben, bestätigen uns, dass die Mehrwerte wirklich signifikant sind.
Welche Rolle spielt KI, und wie verändert sie das Elektro-Engineering?
KI ist für uns kein kurzfristiger Trend, sondern strategische Technologie. Wir begleiten diese Entwicklung nicht nur: Wir gestalten sie! Unser Ziel sind langfristige, perspektivische Lösungen, die klaren Nutzen für das Engineering bringen. Deshalb sind wir fokussiert, unseren Kunden unter anderem eine „Rund-um-die-Uhr“-Unterstützung zu sichern. Mit der Eplan Cloud und den hybriden Produkten der Eplan Plattform bringen wir den konkreten Nutzen der KI zum Kunden.
Wie sehen mögliche Einsatzbereiche für KI in Eplan aus?
KI-basierte Data Interpreter helfen zum Beispiel dabei, bestehende Projektdaten wie Altdaten oder Daten aus anderen Systemen für den Kunden auch in Zukunft nutzbar zu machen. KI ist dabei eine unterstützende Technologie: Sie übernimmt Routineaufgaben und erleichtert die tägliche Arbeit, ohne das Fachwissen der Ingenieure zu ersetzen.
Inwiefern stärkt die Cloud-Technologie die Zusammenarbeit im EngineeringProzess?
Die Cloud ist heute ein zentraler Bestandteil des Engineerings. Sie ermöglicht den sicheren globalen Austausch von Projektdaten und die Anreicherung von Informationen – etwa über Collaboration-Apps wie den Project-Viewer, die in Unternehmen bereits von tausenden Nutzern eingesetzt werden. Ein weiterer Aspekt ist das Thema Artikeldaten.
Sind Artikeldaten nicht so etwas wie die „Schatzkiste“ der Kunden?
Genau – und es werden enorme Zeitaufwände investiert, um diese Daten zu erstellen, zu pflegen und für das Engineering oder weiterführende Prozesse, etwa Beschaffung, Fertigung oder Service/ Maintenance, nutzbar zu machen. Auch hier hilft die zentralisierte Verwaltung der Daten in der Cloud. Über die zentrale Artikelverwaltung in der Eplan Cloud können Kunden diese Daten unternehmensübergreifend oder standortübergreifend bereitstellen. Zudem bieten wir Services an, die dabei helfen, diese Daten immer aktuell zu halten.