Text Ralf Steck ––– Fotografie
Damit setzt die EU ein deutliches Signal für mehr Klimaschutz: Ab dem 1. Januar 2027 beschränkt die Europäische Union die Nutzung von Kältemitteln in Kühlgeräten und Chillern mit einer Kühlleistung unter 12 kW. Kühlgeräte dürfen dann nur noch mit einem Kältemittel-GWP (Global Warming Potential) <150 in Verkehr gebracht werden. Ab 2032 sollen in diesen Produkten auch keine F-Gase-haltigen Kältemittel mehr Verwendung finden. Chiller über 12kW Kühlleistung, die ab 2027 neu in Betrieb gehen, dürfen dann nur noch Kältemittel verwenden, die ein GWP <750 haben. Weitere Verordnungen weltweit, beispielsweise in den USA, definieren seit 2025 einen GWP-Wert von 700 für Kältemittel in diesen Geräten.
Damit stehen Hersteller von Maschinen und Anlagen vor der Herausforderung, die eingesetzten Kühlsysteme zukunftsfest und regelkonform zu gestalten – und zwar möglichst bald.
DIE RICHTIGE AUSWAHL
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem geeigneten Kältemittel. Je niedriger der GWP-Wert, desto klimaverträglicher – aber oft auch sicherheitstechnisch anspruchsvoller. Denn mit abnehmendem GWP erhöht sich die Entzündlichkeit der Kältemittel. Viele der neuen Stoffe sind brennbar und verlangen besondere Schutzmaßnahmen.
Rittal hat bereits 2024 mit einer Umstellung aller Kühlgeräte und Chiller auf das Kältemittel R-513A mit einem GWP von 631 reagiert. Ab dem ersten Quartal 2026 folgt der nächste Schritt: Das komplette Blue e+-Kühlgeräteportfolio wird auf R-1234yf umgestellt – ein Kältemittel mit einem GWP-Wert von nur 0,5. Im zweiten Quartal folgen die Chiller der Blue e+-Baureihe. Damit erfüllen Klimageräte von Rittal die Regularien bis ins Jahr 2032. Passende Lösungen, die den Anforderungen ab 2032 entsprechen, stellt der Hersteller rechtzeitig zur Verfügung.
LOW-RISK-EINSCHÄTZUNG
Das Kältemittel R-1234yf ist zwar brennbar, entzündet sich aber erst bei über 400 Grad und ist damit schwer entflammbar (Sicherheitsklasse A2L). Die von Rittal durchgeführte Risikoanalyse für den Einsatz des Kältemittels in Schaltschrank-Kühlgeräten führte zu einer „Low Risk“-Einschätzung. In der Automobilindustrie wurden zum Einsatz von R-1234yf verschiedene Untersuchungen und Tests durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein höheres Gesamtrisiko als bei der Nutzung von R-134a, aber insgesamt keinen relevanten Anstieg des Risikos bei Unfällen. In Japan wird R-1234yf in SchaltschrankKühlgeräten und sonstigen Kälteanlagen seit vielen Jahren eingesetzt. Rittal liefert seit dem Jahr 2018 in diesen Markt Geräte mit R-1234yf-Füllung und hat so viel Erfahrung mit diesem Stoff gesammelt. Maschinenhersteller können damit in Schaltschränken und anderen Anwendungen auf absehbare Zeit ohne größere Änderungen die Kühlgeräte und Chiller von Rittal einsetzen und so ihre Anlagen weltweit regelkonform vertreiben.
Dank UL- und IEC-Zertifizierungen, den sehr geringen A2L-Füllmengen und einer sicherheitstechnisch optimierten Gerätekonstruktion können die Geräte weltweit eingesetzt werden, ohne dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.
PLANUNGSSICHERHEIT SCHAFFEN
Rittal bietet seinen Kunden ein komplettes zukunftsfähiges Portfolio, das alle Anwendungen abdeckt. Die Kühlgeräte- und Chiller-Technologie liefert eine nachhaltige, energieeffiziente und langfristig tragfähige Lösung – weit über eine bloße Übergangstechnik hinaus. Für spezielle Fälle, in denen der Betreiber in seiner Anwendung ein nicht akzeptables Risiko dokumentiert, stehen weiterhin Blue e Geräte mit dem Kältemittel R-513A (GWP 631) zur Verfügung.