Das Magazin der Friedhelm Loh Group

Das Magazin der Friedhelm Loh Group


LKH
Innovation – LKH

„Wir lieben die Challenge

Der Wind in der Wirtschaft ist rauer geworden: Weniger Investitionen und Aufträge, zugleich mehr Druck, Bürokratie und Regulatorik. Worauf es in diesen Zeiten ankommt, weiß Axel Dransfeld, der als Geschäftsführer des Kunststoff-Spezialisten LKH einen klaren Kurs verfolgt.


Text Interview: Jannick Bangard ––– Fotografie

Herr Dransfeld, nicht nur die deutsche Wirtschaft steht unter hohem Druck. Hoffen Sie auf bessere Zeiten?

Wir sollten nicht glauben, dass es bald wieder ruhiger oder besser wird. Manche Herausforderungen verschwinden, andere kommen neu hinzu. Wir stehen als Spritzgießer im globalen Wettbewerb und müssen härter denn je um Aufträge kämpfen. Und die Standortnachteile, die Deutschland gegenüber anderen Ländern hat, machen all das nicht leichter. Hinzu kommt das Image unseres Werkstoffs. Leider fällt schlechter Umgang mit Plastikabfällen auch auf diejenigen zurück, die wie wir verantwortungsvoll und nachhaltig mit dem Werkstoff umgehen.

Wie wecken Sie bei Ihren Kunden das Interesse für nachhaltigen Kunststoff?

Durch unser Know-how haben wir stets den Blick darauf, wo in den Produkten unserer Kunden noch Verbesserungspotenziale stecken, die sie selbst vielleicht nicht sehen. Kommt ein Kunde mit einem Projekt auf uns zu, machen wir neben dem ersten ungefragt auch ein zweites, nachhaltigeres Angebot. Wir zeigen konkret, wie Kunden ihre eigene CO2 -Bilanz verbessern können.

Liegt in nachhaltigem Kunststoff also die Zukunft Ihrer Branche?

Kunststoff stellt generell für viele Anwendungen genau den richtigen Werkstoff dar. Er ist unverzichtbar, weil er im Vergleich zu anderen Materialien oft die besseren Eigenschaften hat. Was nachhaltige Kunststoffe betrifft, bin ich sicher: So wie wir heute ganz selbstverständlich recyceltes Papier in hoher Qualität verwenden, so wird auch Kunststoff in Zukunft noch mehr als heute aus Rezyklat oder Biopolymer bestehen. Solche nachhaltigen Alternativen zu den herkömmlich produzierten Kunststoffen sind preislich derzeit noch höher angesiedelt, doch mittelfristig wird das nicht mehr so sein. Wir erleben: Kunden fragen vermehrt nach alternativen Kunststoffen, um ihre Lieferketten nachhaltiger gestalten zu können.

Was brauchen Unternehmen gerade jetzt, um in Krisenzeiten zu bestehen?

Um in diesem Klima zu bestehen, braucht es neben der nötigen Robustheit einen immer höheren Grad an Flexibilität – im Blick auf Kunden, Lieferanten und auch auf die Regulatorik, die sich permanent ändern kann. So wie wir es gerade bei den US-Zöllen erleben. Wir können als Mittelständler unsere Chancen nur nutzen, wenn wir permanent zur Veränderung bereit sind. Für LKH heißt das: Wir müssen unsere Fertigung weiter digitalisieren und automatisieren, neue Tools wie KI einsetzen und eben den Ehrgeiz haben, uns permanent zu optimieren.

Muss sich auch etwas in der Beziehung zu den Kunden verändern?

Ja, aus meiner Sicht ist das richtige Mindset entscheidend: Wir müssen uns immer wieder in die Herausforderungen unserer Kunden hineindenken, immer wieder fragen: Wo können wir ansetzen? Welche Teile der Lieferkette oder Wertschöpfung können wir unterstützen? Erst am Tisch mit den Kunden und im frühen Dialog als Partner im Produkt-Entwicklungsprozess entsteht der entscheidende Mehrwert, den unsere Kunden brauchen.

Sehen Sie in einem solchen Krisenklima auch Chancen?

Wir bei LKH lieben einfach die Challenge! Gerade in Zeiten, wo viel Unsicherheit und Wettbewerb herrscht, können wir uns als Spezialist für Kunststoffspritzguss beweisen und zeigen, was wir wirklich können: unsere Kunden über den gesamten Entwicklungsprozess ihrer Produkte professionell begleiten, vom Engineering über die Fertigung bis zur Logistik. Dafür stehen meine hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und ich.

Weitere Themen aus unserem Magazin

— Rittal
Rittal IT-Cooling

Cool mit der Kraft des Wassers

— Rittal
Verdrahtung im Schaltschrank

Ready for robot