Das Magazin der Friedhelm Loh Group

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IIoT-Architekturen realisieren
Innovation – Rittal

IIoT in der Fertigung – aber wie?

Die Zukunft in der Produktion liegt in Fertigungsanlagen und Logistiksystemen, die sich im Idealfall ohne menschliche Eingriffe selbst organisieren. Der Handlungsbedarf in diesem Bereich ist vielen Unternehmen bekannt, jedoch scheinen Lösungen dafür oft noch abstrakt. Wie eine Integrations- und Migrationsstrategie aussieht, zeigt German Edge Cloud (GEC).

Für solche Fertigungsabläufe bieten sich IIoT-basierte Systemarchitekturen an, die Maschinenmassendaten verarbeiten und diese an industrielle Echtzeit-Analytics- und MOM-Systeme zuführen. Manufacturing-Operations- Management-Systeme konsolidieren alle Produktionsprozesse und bieten Services für ganzheitliches Fertigungsmanagement“, erklärt Dr. Sebastian Ritz, CEO Cloud & Edge Computing von GEC, und ergänzt: „Effizient realisieren lässt sich eine solche IIoT-basierte Architektur durch eine Edge-Appliance wie ONCITE – Hardware plus Software –, kombiniert mit Managed Services. So kann sich der Fabrikbetreiber auf sein Kerngeschäft konzentrieren und profitiert von einem hohen Digitalisierungsgrad, ohne selbst über Knowhow oder Ressourcen hierfür verfügen zu müssen.“

Auf der Plattform können bestehende Applikationen betrieben und mit neuen kombiniert werden. Getrennte Maschinendateninseln werden zusammengeführt und homogenisiert. Ein flexibles Softwaresystem dirigiert die Produktionsanlagen. Starre Linienkonzepte werden somit abgelöst von einer modularen, flexibel gestaltbaren Fertigung. Wie dies in der Praxis aussehen kann, beweist Rittal in seinem neuen Werk in Haiger.

Rittal Werk Bild

250 Maschinen und Anlagen, 20 fahrerlose Transportsysteme produzieren im Rittal Werk in Haiger bis zu 18 Terabyte Daten pro Tag – die mit ONCITE wertschöpfend genutzt werden.

RITTAL SMART FACTORY

Dort werden mit mehr als 250 vernetzten Hightech- Maschinen auf 24.000 Quadratmetern hochautomatisiert bis zu 8.000 Kompaktschaltschränke und Kleingehäuse pro Tag gefertigt. Dabei kommunizieren die Maschinen und Handling-Systeme untereinander und mit übergeordneten Leitsystemen. 20 fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen automatisiert die Transporte im Werk. Verpackung, Kennzeichnung und die Übergabe zum benachbarten Global Distribution Center erfolgen ebenso automatisiert und vernetzt.

Möglich ist die Umsetzung dieser Smart Factory auch durch Lösungen der Rittal Schwestergesellschaft German Edge Cloud.

DIE TRANSPARENTE FERTIGUNG

Ein von GEC entwickeltes Live-Dashboard-System, basierend auf der Edge Cloud Appliance ONCITE, ermöglicht in der gesamten Produktion Überwachung und schnelles Eingreifen. Es werden Daten und Analysen zur aktuellen Situation sowie zur Produktionsplanung bereitgestellt und Warnungen bei möglichen Problemen angezeigt.

„Wir haben kürzlich eine Störung an der Verpackungslinie verzeichnet. Dank des Live-Dashboard- Systems war diese innerhalb einer Minute behoben“, sagt Moritz Heide, Leiter Systeminstandhaltung und Arbeitsvorbereitung im Rittal Werk Haiger, und fährt fort: „Dies gibt uns Transparenz und Steuerungsmöglichkeiten über alle Anlagen und Systeme in der Produktion hinweg. Das Ergebnis: hohe Effizienzsteigerungen.“ Im nächsten Schritt ist die Anbindung von SAP ERP an die ONCITE geplant, damit Rittal den Auftragsvorrat visualisieren und Verfügbarkeitsinfos für Aufträge darstellen kann.

„Ebenso kommt eine Data-Analytics-Lösung der GEC zum Einsatz. Damit schaffen wir die Basis für Predictive Maintenance – eine weitere maßgebliche Komponente auf dem Weg in die selbst steuernde Produktion“, erklärt Bernd Kremer, Head of ONCITE Industrial bei German Edge Cloud.

Die GEC-Lösungen bewähren sich bereits im eigenen Konzern, halten aber auch verstärkt Einzug in der Industrie. Ein Treiber dafür ist die neue Partnerschaft der German Edge Cloud mit IBM.

  • GEC und IBM

    GEC und IBM

    Schnellstart jetzt mit IBM

    IBM hat die Industrial Edge Appliance ONCITE um die IBM-Cloud-Pak-Lösung erweitert. Das Ergebnis für die Industrie-Anwender: schnellere Inbetriebnahme und flexiblere Integration der Appliance in alle Leitebenen der Fertigung.

    Die ersten eingesetzten Module aus den IBM Cloud Paks adressieren die OT-IT-Integration. Zusätzlich kommt der IBM Operational Decision Manager zum Einsatz, der es Nicht-IT-Mitarbeitern ermöglicht, das Verhalten und die Datenflüsse im Shopfloor über Geschäftsregeln zu steuern. Dabei werden alle Daten aus dem operativen Bereich (OT) erfasst und mit den IT-Systemdaten vereinheitlicht, um sie dann dem smart. MOM zur Verfügung zu stellen. Die Basis ist Red Hat Open- Shift, womit nicht nur die von GEC und IBM bereitgestellten Komponenten, sondern auch Lösungen von Drittanbietern in einer modernen Container-, Automations- und virtualisierten Umgebung als neue Fertigungs-IT laufen. Kunden erhalten die Flexibilität, ihre Anwendungen lokal oder in der Cloud-Umgebung auszuführen. „Die produzierenden Unternehmen profitieren durch den Einsatz von Hyperscaler-Technologie schnell von einem hohen Digitalisierungsgrad in ihrer Fertigung, ohne selbst umfassendes Know-how dafür entwickeln zu müssen. Während die Fabrikbetreiber sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, sorgen GEC und IBM für IT-Infrastruktur, die zu den Produktionsanforderungen, Investitionsplänen und Datensouveränitäts-Ansprüchen passt“, sagt Dr. Sebastian Ritz, CEO Cloud & Edge Computing von GEC.

     

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