Das Magazin der Friedhelm Loh Group

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Meurer-etechnik
Praxis – Energie

Konsequent automatisieren

30 – die Zahl steht. 30 Prozent Produktivitätssteigerung in nur einem Jahr erzielte Meurer-etechnik mit gezielten Investitionen in vernetzte Systeme von Rittal und Eplan.

Text Ulrich Kläsener und Hans-Robert Koch ––– Fotografie

Der Begriff Ambivalenz wird im Schaltanlagenbau aktuell neu definiert: Kurze Lieferzeiten gehen Hand in Hand mit hohem Kostendruck, hohe Qualitätsansprüche mit variantenreicher Fertigung. Was tun? Der Schaltanlagenbauer Meurer-etechnik verabschiedete sich zunächst von der typischen Denke im Steuerungs- und Schaltanlagenbau: zu anders, zu teuer, zu weit gedacht. Geschäftsführer Dietmar Meurer: „Viel wichtiger ist doch die Überlegung, ob wir ohne moderne Automatisierungstechnik in drei, fünf oder zehn Jahren noch wettbewerbsfähig sind oder überhaupt noch auf dem Markt agieren können!“ Meurer-etechnik kann. Und wie. Weil das Unternehmen aus dem Wester­wald konsequent in Automatisierung und Digitalisierung investiert hat. Schon die Einmal-Effekte mit 30 Prozent mehr Durchsatz an Schaltschränken in einem Jahr beein­drucken.

Mit dem neuen Bearbeitungszentrum Perforex BC von Rittal erfolgt das Bohren, Fräsen und Gewindeschneiden an Flachteilen und Gehäusen bei Meurer-etechnik vollautomatisch. Manuelle Tätigkeiten als größte Zeitfresser an diesem neuralgischen Punkt der Wertschöpfungskette entfallen. Spielt die CNC-Bearbeitung mit der Perforex für sich betrachtet schon in einer anderen Liga, fällt als Zweites die durchdachte Durchgängigkeit aller Daten in der Produktentstehung auf.

Erreicht Meurer-etechnik vom Kunden eine Bestellung über eine konkrete Schaltschranktype, erfolgt das Elektro-Engineering in Eplan P8. Schließlich entsteht mit der Software Eplan Pro Panel der dreidimensionale Schaltschrankaufbau – der digitale Zwilling. Das Software-Tool stellt alle für die Fertigung relevanten Angaben und Zeichnungen bereit und übergibt die Daten an beide: sowohl an die Perforex zur Bearbeitung der Gehäuseteile als auch an die vollautomatische Drahtkonfektionierungsmaschine, die fix und fertig bearbeitete Drahtsätze samt Beschriftung und eindeutiger Kennzeichnung ausgibt. „Wir brauchen eben durchgängige, digitalisierte und vor allem vernetzte Systeme, um so schlanke Prozesse aufzubauen“, sagt Dietmar Meurer.

KURZINTERVIEW

mit Dietmar Meurer, Inhaber und Geschäftsführer bei Meurer-etechnik GmbH & Co. KG

Engineering-Tools von Eplan gelten als das „Gehirn“ des Schaltschrankbaus. Zu Recht? Ja, weil der gesamte Fertigungsprozess von optimaler Planung abhängt. Dafür benötigen wir gute, verlässliche Daten, durchgängige Prozesse und effektive Tools. Mit Eplan Cogineer werden wir in Zukunft auch teilautomatisiert planen können.

Bei Ihnen gehen die Daten von Eplan Pro Panel direkt in die Perforex BC. Hat sich die Investition in das Bearbeitungscenter gelohnt? Die Anschaffung des CNC-Bearbeitungs­zentrums verbunden mit Eplan war genau richtig. Die Perforex selbst hat mich gleich interessiert. Schließlich wollen wir die Qualität vorantreiben und damit die Kundenzufriedenheit verbessern. Und außerdem die Produktivität erhöhen und schlanker fertigen.

Welche konkreten Vorteile haben Sie aus der Modernisierung gezogen? Mit Lösungen von Rittal und Eplan haben wir uns zu einem industriellen Fertiger von Schaltanlagen entwickelt. 30 Prozent mehr Durchsatz sind da nur das eine. Für manche Kunden sind wir erst jetzt attraktiv geworden, weil wir Stückzahlen liefern können, die früher schlichtweg nicht realisierbar waren. Gleiches gilt für heute mögliche Lieferzeiten von zwei Wochen bei Abrufaufträgen.

zurück Faktor 2: Daten durchgängig machen  

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